Presse

 
Donnerstag. 21. Dezember 2017

VSU zu den Löhnen im Saarland: "Richtige Fakten, aber völlig falsche Interpretation!"

Pressemeldung zur Darstellung der Arbeitskammer

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) hat die Ausführungen der Arbeitskammer zu den angeblich niedrigen Löhnen im Saarland heftig kritisiert.

Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der VSU: "Diese Darstellung wird auch durch ihre ständige Wiederholung nicht richtiger. Das Einkommen eines Schreiners, einer Verkäuferin oder eines Industriemechanikers im Saarland unterscheidet sich nämlich keineswegs vom Durchschnitt der Republik. Es ist sogar leicht höher. Das durchschnittliche Einkommen über alle Beschäftigten hinweg ist allerdings deshalb niedriger, weil wir im Saarland nur sehr wenige Spitzenverdiener haben. Uns fehlen eben die Konzernzentralen oder Vorstandsetagen großer Unternehmen, wo die Manager und Chefs durchaus auch einmal eine Million Euro und mehr im Jahr beziehen. Nur wenige Kräfte dieser Kategorie würden den Durchschnitt der Entgelte im Saarland deutlich erhöhen.

Im Grunde räumt die Arbeitskammer das auch ein. Sie schreibt: "Innerhalb der oberen Leistungsgruppen (Arbeitnehmer in leitender Stellung und herausgehobene Fachkräfte) sind die Verdienstrückstände allerdings so deutlich, dass die Verdienstvorsprünge in den unteren Leistungsgruppen überkompensiert werden und sich eine gesamtwirtschaftliche Verdienstlücke ergibt."

Wir haben im Saarland eigentlich Verhältnisse, die eine sozial denkende Einrichtung wie die Arbeitsammer sogar begrüßen müsste.  Die unteren Leistungsgruppen verdienen mehr als im Rest Deutschlands und in den oberen haben wir kaum Spitzenverdiener.

Auch die daraus gezogenen Schlussfolgerungen von Oskar Lafontaine sind durchaus richtig: Wir müssen durch Leitinvestitionen in  Wissenschaft, Bildung und Forschung für die Schaffung gut bezahlter Arbeitsplätze sorgen. Also: wir brauchen mehr Chefetagen mit guten Einkommen. Was Lafontaine natürlich nicht sagt: Damit diese sich dann hier auch ansiedeln, dürfen wir aber den ohnehin schon gut vergüteten Werkern in solchen Firmen nicht noch mehr Lohn geben. Solange deren Entgelt nur knapp über dem Bundesdurchschnitt liegt, mag man Ansiedlungen ja noch anlocken können. Wenn diese Gruppen aber glauben, sie müssten nun noch 8 % mehr verdienen, wird das mit der Attraktivität des Standorts, Investitionen und Neuansiedlungen nichts werden!"

Malter weiter: "Auch wenn es unpopulär wirkt, hier mehr Spitzenverdiener zu fordern und die unteren Entgeltgruppen auf ihrem (allerdings sogar leicht höheren Entgelt) zu belassen: Wir hätten in diesem Fall die gleichen Verhältnisse wie im Bundesdurchschnitt. Entweder man nimmt sich diesen Durchschnitt zum Maßstab, dann muss man aber auch die Zahl der Spitzenverdiener fördern, oder man lässt es so, wie es ist. Dann hat man relativ gut verdienende untere Einkommensgruppen und kaum Spitzenverdiener. Wenn man dies will, sollte man darüber aber auch nicht jammern."

Rückfragen bitte an:
Joachim Malter
Hauptgeschäftsführer
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e.V. (VSU)
Harthweg 15
66119 Saarbrücken
T 0681 9 54 34-22
E-Mail  maltermesaar.de

 

Den Artikel aus der Saarbrücker Zeitung zu den Niedriglöhnen im Saarland.