VSU aktuell

 
Mittwoch. 31. Mai 2017

Rentengeschenke belasten zukünftige Generationen

Saarländische Arbeitgeber kritisieren die Kampagne des DGB

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) kritisiert die Kampagne des DGB zur deutlichen Anhebung des Rentenniveaus und wirft ihm vor, die negativen Folgen für die junge Generation zu verschweigen.

„Wer jetzt wieder eine deutliche Steigerung des Rentenniveaus fordert, muss gerade den jungen Beschäftigten sagen, dass sie die Zeche in Form deutlich steigender Sozialabgaben zahlen werden“, so Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Malter beruft sich auf eine aktuelle Studie* des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), die die demografischen Veränderungen auf die jetzigen und zukünftigen Beitragszahler untersucht.

Bereits jetzt ist klar, dass Anfang des nächsten Jahrzehnts die geburtenstarken Jahrgänge (die sogenannten Babyboomer) nach und nach in den Ruhestand wechseln. Dadurch werden die Sozialversicherungsbeiträge steigen und das wird die Haushaltseinkommen der jetzt jungen Generation deutlich belasten: Ein Ehepaar (Alleinverdiener) mit zwei Kindern wird im Jahr 2030 aufgrund steigender Sozialversicherungsabgaben durchschnittlich 1.213 Euro weniger in der Haushaltskasse haben, im Jahr 2040 werden sogar 2.136 Euro fehlen.
Sollte die Politik - wie mehrfach diskutiert - das Rentenniveau bei 46 Prozent fixieren, stiegen diese Verluste nochmals deutlich an und können je nach Familienkonstellation auf bis zu 4.836 Euro in 2040 klettern, so die Analyse.

„Die Studie führt vor Augen, dass die bereits beschlossenen Rentengeschenke zukünftige Generationen enorm belasten. Wir brauchen jetzt eine Politik, die den demografischen Wandel abfedert und ihn nicht verstärkt. Daher sollte der DGB auch so ehrlich sein und den jungen Beitragszahlern die Rechnung aufmachen, was sie ein Rentenniveau von 50 Prozent kosten wird. Die Politik sollte überlegen, ob sich das Rentenniveau als kurzfristiges Wahlkampfthema eignet. Auch wenn die rentenpolitischen Wohltaten kurzfristig verfangen, ist umlagefinanzierte Rentenpolitik immer mit langfristigen Folgen gerade für die junge Generation verbunden. Das bringt der Generationenvertrag mit sich“, so Malter.

*Studie: "Nettoeinkommenseffekte steigender Beitragssätze zur Sozialversicherung" von Dr. Jochen Pimpertz und Dr. Martin Beznoska, beide IW Köln.

Rückfragen bitte an:
Martin Schlechter
Geschäftsführer
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. (ME Saar)
Harthweg 15, 66119 Saarbrücken
Telefon: 0681  9 54 34-45, E-Mail: schlechtermesaar.de