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Montag. 21. August 2017

VSU erneuert die Kritik am Betriebsbarometer der Arbeitskammer

Einseitige Darstellung der Arbeitskammer zeichnet Zerrbild

Saarbrücken. Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) erneuert ihre Kritik am Betriebsbarometer der Arbeitskammer. Wieder einmal zeichnet die Arbeitskammer mit ihrer einseitigen Befragung unter den Betriebsräten ein schiefes Bild von der Situation in den saarländischen Betrieben. Damit macht sich die Arbeitskammer selbst unglaubwürdig und entlarvt ihre Forderungen als Stimmungsmache.

„Grundsätzlich halten wir die Befragung für unseriös. So ist es z. B. falsch, nur die Belegschaftsvertretungen zu befragen, statt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihre tatsächliche Situation wohl am besten beurteilen können. Auch die Firmen selbst werden seit einigen Jahren von der Arbeitskammer nicht mehr befragt. Stattdessen befragt man ausschließlich Betriebs- und Personalräte nach deren subjektiven Einschätzungen. Die Arbeitskammer  scheint also an einem realistischen Bild nicht interessiert zu sein,  wohl aus Angst, dass das Ergebnis nicht mehr ihrer Ideologie entspricht“, sagte Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der VSU.
Auch die Politik tue gut daran, nicht den gefärbten Meinungen und Einschätzungen der Arbeitskammer das Wort zu reden, sondern sich an objektiven Fakten zu orientieren. Dazu gehöre z. B. auch, dass man eine mögliche Leistungsverdichtung im öffentlichen Bereich (z. B. Polizei) von der Situation in der Privatwirtschaft trenne.

Das Stimmungsbild der Betriebsräte, wonach die Betriebe z. B. im Falle von Kinderbetreuung und Pflege nicht hinreichend flexibel seien, sei ebenfalls durch keinerlei Fakten belegt. „Wir sind davon überzeugt, dass die Firmen und Beschäftigten auf diesem Gebiet hoch flexible und an die einzelnen Mitarbeiter sowie die betriebliche Situation angepasste Lösungen umsetzen“, so Malter. Dass dabei nicht in allen Fällen beide Seiten optimal zufrieden seien, liege sicher in der Natur der Sache, könne aber nicht als Beleg für mangelnde Lösungsbereitschaft dienen. Malter: „Es spricht ja gerade für die Beschäftigten, wenn die Betriebe deren Arbeitszeiten nicht gerne reduzieren. Im Interesse einer langfristigen positiven Zusammenarbeit wird man natürlich trotzdem den Wunsch auf Kinderbetreuung oder Pflege berücksichtigen, aber manchmal entspricht die Suche nach der besten Lösung eben auch der Quadratur des Kreises."

Malter weiter: „Es ist schon bemerkenswert, dass die Arbeitskammer sich dann in der einen Woche darüber beklagt, dass in diesen Fällen 'zu wenig Anpassung' stattfindet, was ja in der Praxis heißt, dass man mit mehr Teilzeit, Befristeten, Einstellung von Aushilfen und Mehrarbeit von Kolleg/innen arbeiten muss und es dann eine Woche später locker schafft, über die Zunahme von sogenannten 'prekären Arbeitsverhältnissen' zu klagen."

Die VSU verweist in dem Zusammenhang auf eine repräsentative Umfrage des TÜV im Auftrag der Saarbrücker Zeitung aus dem Jahr 2015. Hier zeigten sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Saarland sogar noch zufriedener mit ihren Arbeitsbedingungen als im Rest der Republik.

„Mit der Negativwerbung muss endlich Schluss sein. Es ist doch ein Witz, dass die Landesregierung mit über einer Million Euro pro Jahr Standortmarketing macht und in der Republik dafür wirbt, dass gut ausgebildete Fachkräfte ins Saarland kommen sollen, weil wir hier ja so nett, kommunikativ und erfolgreich sind und dann auf der anderen Seite eine Studie begrüßt, in der die Miesmacherei einzelner Betriebs- und Personalräte den Eindruck erweckt, dass man in den hiesigen Betrieben drangsaliert und geknechtet wird. Insofern bin ich auch über den Kommentar der Wirtschaftsministerin zu dieser sogenannten Studie sehr enttäuscht. Eine Mahnung vor 'Ungleichgewichten' akzeptiere ich. Darüber können wir gerne reden. Aber ich finde es falsch, von einer zunehmend 'grenzenlosen Verfügbarkeit' der Beschäftigten zu reden“, sagte Malter.

 

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Martin Schlechter
Geschäftsführer
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