VSU aktuell

 
Mittwoch. 06. Dezember 2017

2. Tarifverhandlung ME Mitte - Arbeitgeber legen Angebot für Tarifrunde 2018 vor

Zwei Prozent mehr Lohn und 200 Euro Einmalzahlung

 Frankfurt / Darmstadt. Obwohl die IG Metall die Manteltarifverträge gekündigt und damit die Verhandlungen unnötig verschärft hat, sind die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft M+E MITTE an einer raschen Einigung und einem lösungsorientierten Verlauf der Verhandlungen interessiert. Daher haben sie der IG Metall bereits in der 2. Verhandlung für die 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland – und damit noch innerhalb der Friedenspflicht - ein Angebot vorgelegt. Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine Einmalzahlung In Höhe von 200 Euro für die Monate Januar bis März 2018 und eine Tabellenerhöhung in Höhe von 2 Prozent ab 1. April 2018 für weitere 12 Monate vor. Bei diesem Angebot gehen wir davon aus, dass der Tarifabschluss die Möglichkeiten für eine bedarfsorientierte und bezahlte Ausweitung des Arbeitszeitvolumens beinhaltet. Damit würde sich das jährliche Durchschnittseinkommen der Metaller, das nach insgesamt rund 20 % Lohnerhöhung seit 2012 bereits bei 56.000 Euro liegt, für 2018 auf 57.320 Euro erhöhen.

M+E-Mitte-Verhandlungsführer Dr. Thomas Brunn verwies darauf, dass das Angebot spürbar über den Zuwächsen liege, die andere Branchen bereits für 2018 vereinbart hätten. Zudem werde die gesamtwirtschaftliche Produktivität, also das, was zusätzlich erwirtschaftet wird, im kommenden Jahr um nur 1,2 Prozent steigen. „Unser Angebot liegt also noch über dem, was an Zuwachs erwartet wird. Das zeigt, dass wir unser Versprechen einer fairen Beteiligung unserer Beschäftigten halten“.

Dazu sagte der Tarifpolitische Sprecher von ME Saar, Dirk Demmer: „Sowohl die Arbeit-nehmer als auch die Arbeitgeber wünschen eine Modernisierung der Arbeitszeit in Richtung mehr Flexibilität. Das müsste uns Tarifpartnern bei gutem Willen gemeinsam gelingen.
Außerdem müssen wir eine Möglichkeit schaffen, die flexible Arbeitszeit des einzelnen Mitarbeiters auch kurz- oder langfristig erhöhen zu können. Dies natürlich nur im beiderseitigen Einvernehmen mit dem jeweiligen Beschäftigten und mit der Möglichkeit, dass er jederzeit auf die Normalarbeitszeit zurückkehren kann. Derzeit geht das nur für bis zu 13 % der Beschäftigten.  Diese 13 %-Quote muss also geöffnet werden. Alle Beschäftigten müssen die Chance haben, mehr zu verdienen. Die Umfrage der IG Metall selbst hat gezeigt, dass gerne mehr Leute davon Gebrauch machen möchten. Es ist nicht einzusehen, dass der Tarifvertrag diesen untersagt, pro Woche bis zu fünf Stunden mehr zu arbeiten und dadurch im Monat bis zu 14 % mehr Einkommen zu erzielen. Und was schon gar nicht geht, sind ungerechte, diskriminierende und rechtswidrige Teilentgeltausgleiche.“

Eine Einigung konnte nicht erzielt werden. Am 18. Januar 2018 werden die Verhandlungen fortgesetzt.


Die „Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE“

M+E MITTE spricht und handelt in Tarifverhandlungen für die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Hessens (HESSENMETALL), der Pfalz (PFALZMETALL), Rheinland-Rheinhessens (vem.die arbeitgeber) und des Saarlandes (ME Saar). In den drei Bundesländern umfasst die M+E-Industrie rund 1.400 Unternehmen mit 400.000 Beschäftigten. M+E MITTE verhandelt mit der IG Metall Bezirksleitung Mitte.

Rückfragen bitte an:
Martin Schlechter
ME Saar - Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V. 
Telefon 0681 95434-45
E-Mail: schlechtermesaar.de