VSU aktuell

 
Donnerstag. 01. März 2018

„Arbeitszeitregelung 1.0 passt nicht mehr zu unserer Lebensrealität 4.0.“

VSU fordert modernen Rechtsrahmen für moderne Arbeitswelt

Saarbrücken. „Ein modernes Arbeitszeitgesetz“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die Saarländischen Unternehmensverbände am Mittwoch (28.02.2018) ins Saarbrücker VHS-Zentrum eingeladen hatten. Oswald Bubel, Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) erklärte: „Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft mit hoher Geschwindigkeit. Dabei wandelt sich auch die Art und Weise, wann und wie wir arbeiten, von Grund auf. Wichtig ist: Wir müssen die Arbeitswelt 4.0 als Chance begreifen und gleichzeitig den Rechtsrahmen an die neuen Erfordernisse anpassen. Um den veränderten Lebensumständen gerecht zu werden, müssen wir unsere veralteten Arbeitszeitregelungen an die neue Welt der Arbeit und der Gesellschaft anpassen.“

Zum einen bräuchten die Unternehmen - quer durch alle Branchen - eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Insbesondere die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden sei nicht mehr zeitgemäß.

Gleichzeitig betonte Bubel: „Unser Ziel ist aber keine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit – weg von einer täglichen hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von maximal 48 Stunden im Durchschnitt. Zudem müssen wir zu einer flexiblen Gestaltung der 11-stündigen täglichen Ruhezeit kommen. Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die 11-stündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt.“
Bubel betonte, dass die Wirtschaft mehr Spielraum brauche, vor allem weil ihre Kunden mehr Individualität und Schnelligkeit einforderten. Gleichzeitig komme eine Neureglung auch den Beschäftigten zu Gute, weil sie mehr Spielraum schaffe für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Sehr konkrete Beispiele aus der Praxis des Hotel- und Gaststättengewerbes, der Bauwirtschaft und des Verkehrsgewerbes verdeutlichten den dringenden Handlungsbedarf auf dem Feld des Arbeitszeitgesetzes.

In der abschließenden Podiumsdiskussion betonte Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der VSU: „Wir brauchen einfache, transparente und flexible Arbeitszeitregelungen. Das heutige System zur Arbeitszeitregelung geht an der Realität von Arbeitnehmern und Unternehmen vorbei. Die Regelungen bilden nicht die Bedürfnisse einer in Wertschöpfungsketten aufgestellten Wirtschaft ab.“

Die Forderungen der Saarländischen Wirtschaft zum neuen Arbeitszeitgesetz haben wir in einer Übersicht zusammengestellt.

Hintergrund: Die Veranstaltung ist eine Aktion von 14 saarländischen Arbeitgeberverbänden unter der Federführung der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände.

Beteiligte Verbände:

Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft des Saarlandes e. V.
Arbeitgeberverband des Saarländischen Handwerks e. V.
DEHOGA Saarland – Deutscher Hotel und Gaststättenverband e. V.
Saarländischer Kfz-Verband – Landesinnung
Groß- und Außenhandelsverband Saarland (LVS) e. V.
Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. – iGZ
Landesverband Verkehrsgewerbe Saarland e. V.
VDMA Landesverband Mitte
Unternehmensverband Saarland e. V.
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Verband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie des Saarlandes e. V.
Verband der Saarhütten
Verband der Saarländischen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industriezweige e. V. – SHKI
Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar e. V.

Rückfragen bitte an
Martin Schlechter
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e.V. - VSU
Tel.: 0681 9 54 34-45
E-Mail: schlechtermesaar.de