Archiv
Presse  
Termin  
Rundschreiben  
Veroeff  
09.03.2010
Ausstellung von Friedhard Meyer
vom 09.03. - 30.04.2010 in den Räumen der VSU
Der Künstler kreist unter Betrachtung der Sprünge und Verdichtungen in seinem Werk um die beiden Pole Material und Zeichen.

Material meint hier aber alles, was stofflich zum Kunstwerk gehört, und alles was geistig zur Epiphanie seiner Bilder, zur Erscheinung gehört: das Collagieren, das Aufspüren von Farbe - und meint auch das Begutachten von Zwischenschritten.
Das Material übernimmt bei ihm immer auch Bedeutungsträgerschaft. Es ist quasi die Muttersprache eines Kunstwerkes, auch wenn wir als Betrachter uns mit seinen Arbeiten auch in anderen, unseren Sprachen unterhalten können.

Das Rätsel der Bildenden Kunst ist ja, daß ein Kunstwerk aus etwas vorhandenem entstehen muß, als etwas neu vorhandenes da ist – im Raum oder an der Wand, und das als etwas neu zu Sehendes anrührt, fasziniert oder verschreckt.

Der andere zentrale Begriff ist das Zeichen.
Zeichen im weitesten Sinne tragen eine Bedeutung, denken Sie zB an das Symbol.
Wenn Friedhard Meyer dann – wie hier von uns gezeigt – Ornamente als Zeichen besetzt, dann kommen die einzelnen Teile seiner Bilder in ihrer Anordnung im Bildraum, seine Bilder untereinander in ihrer Anordnung im Ausstellungsraum und in ihrer Haltung zueinander gleichsam ins Erzählen.
Ich glaube, die meisten seiner Bilder hier können Ihnen so viele Geschichten erzählen, wie Sie es nur wünschen.
Friedhard Meyer sagt dazu:
„Meine Bilder haben zu tun mit den Versagensängsten und den traumatischen Erlebnissen der frühen Kindheit während der Bombennächte in Nürnberg. Sie haben zu tun mit dem mühsamen und langsamen Weg aus meiner endlosen Sprachlosigkeit. Sie haben zu tun mit meinem verzweifelten Kampf, dem Schneckenhausdasein meiner späten Jugend zu entrinnen. Das Sich-Verstecken-Wollen ist auch heute noch ein Merkmal meiner Malerei (Verhüllen der Farben).
Immerhin hat mir die Malerei das Geschenk gemacht, das den Dialog ermöglichte, den Dialog mit Menschen und der Welt, mit Natur und Kultur.“
Unabhängig davon nämlich, dass wir als Galerie den Focus auf das Meditative in seiner Malerei gesetzt sehen wollen scheint mir doch, dass es Friedhard Meyer in seiner Kunst an sich darum geht, klar zu machen, daß niemand Mensch lernen kann, sondern daß die größere Gefahr für uns ist, das Menschsein zuweilen zu verlernen.

 
  Eines der ausgestellten Bilder    
    Zurück zur vorherigen Seite